Sexualtherapie
Grundbedürfnisse auf emotionaler Ebene kreieren Wünsche nach bestimmten Gefühlen, die uns zu sozialen und liebevollen Wesen machen. Wir empfinden Gefühle von Sicherheit, Akzeptanz, Zugehörigkeit (Bindung), Geborgenheit, Vertrauen und Nähe im Zusammenleben unserer Mitmenschen. Die intensivste Möglichkeit, solche Gefühle zu erleben, besteht in intimem Körperkontakt. Intimer Kontakt ist sexuelle Körperkommunikation.
Menschen können sich (wortlos) alle möglichen Gefühle geben. Berührung ist sprechen auf körperlicher Ebene. Erleben Menschen dies im Erfüllen ihrer emotionalen Bedürfnisse, sprechen wir vom «sich tief einlassen». So wenig die Lust-orientierte Dimension der Sexualität auf Dauer allein stimmt, so wenig ist Liebe, wie wir diesen Komplex nennen können, immer gleich. Je nach Lebensphase treten einzelne Bedürfnisse stärker hervor. Gespeist wird das Zusammenleben, wie auch das individuelle Leben durch die universale Lebensenergie und wird in alten Kulturen immer ganzheitlich betrachtet; nicht umsonst mit “KI“ oder “Libido“, also der sexuellen Energie gleichgesetzt.
In unserer verkopften Gesellschaft wird dem lebendigen Ausdruck - der «Ki-Energie» - viel abverlangt. Wir haben zu funktionieren. Dabei kommen Bedürfnisse viel zu kurz. Die Achtsamkeit für mich als Person, wird von den Strukturen des Alltags überlagert. «The Show must go on. . .»
Erste Störungen in der Beziehung sind oft sexueller Natur, emotionale Warnlämpchen. Kommt es bei einem Paar zu sexuellen Funktionsstörungen, liegt die Ursache nicht selten in unerfüllten emotionalen Grundbedürfnissen. Häufig sind es Erektionsstörungen bei Männern, Lust- oder Orgasmus-Störungen bei Frauen.
Sexualbehandlung und -therapie setzte bisher am Symptom direkt an. Sexualtherapie als ganzheitliche Behandlungsmethode setzt an der Kommunikation der emotionalen Bedürfnisse an, den Lebensphasen, den diesen natürlichen Potenzialen entgegen wirkenden Kräften. Zuerst denken wir immer an die eigenen Unfähigkeiten, die Verletzungen in kindlichen oder jugendlichen Entwicklungsphasen. Häufig kommen die Einflüsse aus dem Arbeitsumfeld, Glaubenssystemen aus Familie, Kultur und Religion hervor. Dies zu erforschen, bewußt werden zu lassen, setzt nicht selten einen Schub an Persönlichkeitsentwicklung frei. Das (Sexual-) Leben wird bewußter und lebendiger. Kreativität, Liebe, gesunder Teint und strahlende Augen sind der Ausdruck einer frei fließenden Lebendigkeit (Libido).
(Wir bedanken uns für diesen Text bei Wilfried Ott, www.ganzheitlich-betrachtet.de)
Letzte Änderung: 21. September 2009