Mayr-Kur und Diagnostik
Die Mayr-Kur hat zum Ziel,
den überlasteten Darm durch Schonung, Schulung, Säuberung und
Substitution zu regenerieren.
Schonung: Der Darm wird von seiner Verdauungsarbeit
befreit: Je nach Konstitution des Patienten wird einleitend
gegebenenfalls nichts (Teefasten), dann „Kursemmel“ mit Milch
(für Allergiker gibt es Alternativen), danach aufbauend eine
Schonkost gegeben, die schließlich in die alltägliche Ernährung
übergeht.
Schulung:
Jeder Bissen wird 50x gekaut und gründlich
eingespeichelt. Das trainiert die Speicheldrüsen und regt
reflexiv die anderen Verdauungsdrüsen an. Man isst langsamer, so
dass der frühestens nach 20 Minuten einsetzende Sättigungsreflex
sich meldet, bevor die zuträgliche Menge überschritten wurde.
Nach Mayr ist der häufigste Grund für Darmerkrankungen eine
fehlerhafte „Esskultur“: zu viel, zu schnell, zu oft, zu spät.
Säuberung:
Durch regelmäßige Einnahme von Bittersalz
wird der Dünndarm „berieselt“: Ablagerungen an den Darmwänden
werden ausgeschieden. Diese enthalten nämlich eine mikrobielle
Fehlbesiedlung, die Gärung und Fäulnis bewirkt. Es entstehen
Gifte, die Nervensystem, Leber und andere Organe schädigen. Die
Schleimhaut entzündet sich. Schonreflexe oder Nervenschädigungen
führen zu verminderter Darmmotorik: Ein Kreislauf von
verlängerter Verweildauer des Speisebreis, vermehrter
Giftbildung und verstärkter Lähmung entsteht. Mangelernährung
(trotz Vollwertkost!) und Selbstvergiftung über den Darm sind
die Folgen – mit Symptomen wie Blähbauch, Durchfall oder
Verstopfung, Veränderung der Körperhaltung, Atem- und
Herzbeschwerden durch Zwerchfellhochstand, Gemütsveränderungen.
Eine spezielle Bauchmassage nach Mayr bewirkt eine
Tonisierung des erschlafften Darms, und Lymphe, durch die
chronische Entzündung des Darms gestaut, wird wieder zum Fließen
gebracht.
Substitution:
Der entgleiste Basen-Säuren-Haushalt des Körpers (Gärungs- und Fäulnisgifte bewirken Übersäuerung!), wird mit Hilfe geeigneter Basenpulver ausgeglichen. Dies stärkt die Fähigkeit des Körpers, Giftdepots im Bindegewebe auszuleiten.
Eine vollwertige Mayr-Kur dauert 4 Wochen, plus 2 Wochen Ausleitung aus der Kur. Sie kann stationär oder ambulant durchgeführt werden. Letzteres verlangt mehr Disziplin, ist aber preisgünstiger, und die neuen Eßgewohnheiten können leichter in den Alltag – über die Kur hinaus – integriert werden. (Text: Thomas Mohr)
Letzte Änderung: 30. July 2009