Kontemplative Psychologie
Das Herzstück der kontemplativen Psychologie ist die Vorstellung von innewohnender Gesundheit oder Weisheit. Dies bedeutet, daß wir als Menschen von Natur aus Würde, Weisheit und Gesundheit in uns tragen. Diese Gesundheit ist oft von Neurose und Verwirrung verdeckt; nichtsdestotrotz ist sie ständig vorhanden und kann daher auch mit den entsprechenden geschickten Mitteln gepflegt und gefördert werden.
Innewohnende Gesundheit ist kein Konzept, welches wir uns aneignen können; sondern indem wir sie erfahren, decken wir sie in uns auf. Die Methoden der kontemplativen Psychologie eröffnen Möglichkeiten, geistige Gesundheit selbst in den gestörtesten und verwirrtesten Geisteszuständen zu entdecken.
Bücher zum Thema:
Ausgangspunkt ist in dieser Arbeit nie das Symptom oder der psychologische Konflikt, sondern die allem zugrunde liegende, uns innewohnende Gesundheit. Aus der Sichtweise der kontemplativen Psychologie entstehen Verwirrung, Neurose und Psychose, wenn Körper und Geist nicht im Einklang sind. In der therapeutischen Arbeit lernen wir, Körper, Atem und Geist zu synchronisieren und fördern dadurch einerseits Achtsamkeit, also die Fähigkeit, in jedem einzelnen, begrenzten Moment unseres Erlebens aufmerksam zu sein. Gleichzeitig schulen wir in einem mehr ausgeweiteten, übergreifendem Blick unser Gewahrsein über die gesamte Situation des Erlebens. Auf diese Weise können wir die jenseits jeder Verwirrung liegende innewohnende Gesundheit entdecken.
Das wertschätzende Akzeptieren unserer Gefühle und unseres Erlebens läßt uns erfahren, daß wir unser Herz nicht mehr verschließen müssen. Heilung geschieht durch Gegenwärtig-sein mit dem, was ist. So spüren wir wieder unsere ursprüngliche Lebendigkeit und Lebensfreude; mit dieser Kraft können wir den Herausforderungen der Welt entspannter, klarer und humorvoller begegnen.
(Wir bedanken uns bei Markus Bomm für diesen Text)
Letzte Änderung: 30. July 2009