Augenheilkunde nach Dr. Bates


Dr. Bates vertrat als erster die Idee, dass das Sehen korrigiert werden kann. Die offizielle Meinung der Augenärzteschaft war (und ist vielerorts noch immer), dass Fehlsichtigkeit nicht korrigiert werden kann; seine Ideen galten daher als äusserst umstritten. Während der gesamten Kontroverse blieb jedoch eine unausweichliche Tatsache bestehen: dass zumindest in einigen Fällen sich die Sehfähigkeit tatsächlich verbesserte! Wie konnte es noch Zweifel geben bei Erfolg? Einige seiner Erfolge bezogen "organische" Sehstörungen mit ein, wie Glaukom, grauer Star und Retinitis pigmentosa. Eine von Dr. Bates' Grundannahmen war, dass jede Sehstörung stets von einem besonderen mentalen Zustand begleitet ist. 

 

Weitere Forschungen von Charles Kelley aus dem Radix Institut zeigten, dass bestimmte mentale Zustände mit jeder Art von Sehschwäche einhergehen. Erfahrung zeigen, dass die "Sicht" einer Person in der Tat eine Metapher für deren Bewusstseinszustand ist, dass die Seinsweise einer Person unmittelbar zusammenhängt mit der Art und Weise, wie sie sieht. Traditionell nahm man an, dass das Auge, wie eine Tubuskamera arbeitet, wobei der Prozess der Scharfeinstellung durch Funktionen innerhalb des Auges erfolgt, etwa durch die Bewegung der Ziliarmuskeln, die die Dicke der Linse variieren. Dies war als die Helmholz-Theorie bekannt. 

 

Dr. Bates vertrat die Auffassung, dass das Auge mehr wie eine Balgenkamera funktioniert. In diesem Fall ist die Länge des Augapfels variabel; sie wird durch die äusseren Muskeln kontrolliert, die jeden Augapfel umschliessen. Nach Dr. Bates können die Spannungen in diesen Muskeln gelöst werden, was klareres Sehen zur Folge hat. Ferner wird angenommen, dass die Spannungen in diesen Muskeln mit besonderen geistigen Spannungen verbunden sind. Durch diesen Mechanismus manifestiere sich auf der physischen Ebene die metaphorische Bedeutung, die die Sehschwäche auf der Bewusstseinsebene hat. 

 

Dr. Bates fand in der Tat, dass Menschen mit Augenproblemen nicht nur in gewisser Weise mental angespannt sind, sondern auch physisch, in ihren Körpern. Viele der Batesschen Techniken waren darauf ausgerichtet, mentale Entspannung durch Entspannung der Muskeln sowie durch die Vorstellung entspannender Bilder zu schaffen. Sie hatten einen gewissen Erfolg. Margaret Darst Corbett, die von Dr. Bates ausgebildet worden war und die mit Aldous Huxley gearbeitet hatte, führte nach Dr. Bates' Tod im Jahre 1931 seine Arbeit weiter. 

 

Frau Corbett bemerkte, dass Fehlsichtigkeit anscheinend immer mit falscher Atmung in Verbindung steht, einem weiteren Aspekt körperlicher Spannung. Daher bestand sie darauf, dass ihre Klienten zwanglos atmeten. Sie konnte feststellen, dass eine Besserung eintrat, wenn sie dies taten. Dr. Kelley meinte, dass der wahre Grund für Sehstörungen im Prozess der charakterlichen Entwicklung verborgen liegt, in der Fähigkeit einer Person, tiefe Gefühle auszudrücken. Er arbeitete in dieser Richtung auf der Grundlage der Ideen von Wilhelm Reich und Alexander Lowen. Man sieht, dass jeder der erwähnten Ansätze in irgendeiner Weise mit den anderen in Verbindung steht und dass sich alle bis zu einem gewissen Grad als nützlich erwiesen haben.

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