Visualtraining


Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit der Funktion der visuellen Informationsverarbeitung, bzw. mit nicht-pathologischen Funktionsstörungen des Sehens. Dr. A.M. Skeffington (USA) stellte in den 1930er Jahren fest, dass Sehen mehr ist als "nur" eine gute Sehschärfe zu haben. "Sehen bedeutet die visuelle Information zu verstehen". Skeffington gliederte den Vorgang des Sehens und Verstehens in vier Teilbereiche:


- Augenfolgebewegungen -  Vergenzen - Akkommodation -  Vision.

Gleitende Augenfolgebewegungen ohne "Ruckler", sind die Grundlage für lückenlose Informationserfassung. Dies wird besonders deutlich beim Erfassen der Schriftsprache, wenn die Augen den zu lesenden Text mit gezielten Blicksaccaden "einscannen". Die Vergenzen ermöglichen beiden Augen ein kooperatives Miteinander. Die Fixierlinien beider Augen sollten sich im angeblickten Objektpunkt treffen. Hierauf baut dann die Akkommodation, das "Scharf-Stellen" auf den angeblickten Objektpunkt auf, welches idealerweise im richtigen Verhältnis zur Stellung der Fixierlinien sein sollte. Letztlich kommt es bei der Vision zur Verknüpfung aller anderen Sinneseindrücke mit dem Gesehenen.

Somit kann man sich ein Bild von etwas machen: z.B. von einer Zitrone. Sicherlich hat jeder in diesem Moment das Bild einer Zitrone vor Augen und kann sich gut daran erinnern wie sie aussieht, schmeckt, riecht und sich anfühlt. Wer jedoch nie eine Zitrone kennengelernt hat, wird auch kein „Bild von ihr im Kopf“ haben. Daraus schlussfolgerte Skeffington, dass Sehen, bzw. visuelle Informationsverarbeitung in erster Linie ein Entwicklungs – und Lernprozess ist, der mit der allgemeinen Entwicklung einhergeht. Dieser beginnt schon im Mutterleib und ist wesentlich während der ersten Kindheitsjahre.

Gibt es in den ersten Lebensjahren Störungen in der (visuellen) Entwicklung, sind die von Dr. Skeffington benannten Teilbereiche oft nicht optimal aufeinander abgestimmt. Es kommt zu visuellem Stress und somit letztlich zur eingeschränkten Informationsverarbeitung bzw. Wahrnehmungsstörung. Störungen der Entwicklung können häufige Krankheiten im Kleinkindalter, Operationen, oder übersprungene Entwicklungsphasen (keine oder nur kurze Krabbelphase), emotionaler Stress u.v.m. sein. Doch auch nach bereits vollendeter kindlicher Entwicklung können Störungen im visuellen Verarbeitungsprozess entstehen, z.B. durch massive visuelle Belastung: übermäßig häufiges Fernsehen, Gameboyspiele, Computerarbeit, allgemeine Arbeitsüberlastung (insbesondere im Nahtätigkeitsbereich), nach Unfällen oder Krankheiten.

Der Funktionaloptometrist ermittelt diesbezügliche Störungen durch gezielte Messungen und Tests des visuellen Apparates. Entsprechend der Messergebnisse wird ein optometrisches Visualtraining zusammengestellt, um Defizite und Lücken in der visuellen Informationsverarbeitung zu beheben und den Sehcomfort zu verbessern, so dass die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit steigt.



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