Schema-Therapie


Ziel von Schematherapie, -Coaching und -Beratung ist es, Betroffene von meist in der Kindheit unbewusst erworbenen Verhaltensmustern zu befreien, die im Erwachsenenalter einschränkend oder schmerzhaft wirken. Diese, in der Kindheit erworbenen, damals lebensnotwendigen Bewältigungsstrategien (sogenannte Schemata) wirken im Erwachsenenalter nun ungünstig bis selbstschädigend weiter. Mit Schemaarbeit erfahren Betroffene Begleitung in einem Prozess, in dem sie die notwendige Expertise für von ihnen gewünschte Veränderungen im Erkennen und Lösen ungünstiger Schemata selbstbestimmt entwickeln.


Im persönlichen Gespräch, unterstützt durch standardisierte Tests, erfahren Betroffene Klarheit über die 18, von Jeffrey Young beschriebenen, besonders dysfunktionalen (schädlichen) Schemata und die daraus folgenden Erlebensmodi eines "inneren Kindes" oder "innerer Eltern" von damals. Die Lösung erfolgt in einem angeleiteten inneren Dialog der Persönlichkeitsanteile.Der zuvor erarbeitete "fitte Erwachsene" im Betroffenen würdigt sowohl die Emotionalität des "inneren Kindes", als auch die (Ab)Wertung durch die "Inneren Eltern" und trifft danach seine erwachsene Entscheidung. Die erzielten Ergebnisse bedürfen als "neue" Verhaltensweisen einer einfühlend konsequenten Einübung.

Am Beispiel des Burnout-Syndroms erweist sich, wie im Kindesalter erworbene innere Antreiber (Beeil Dich! Sei stark! Sei perfekt! Streng Dich an! Sei gefällig!) als innere Ursachen der Erkrankung erkannt und mit Schemaarbeit kurzfristig gelöst werden können. Die Wirksamkeit von Schemaarbeit erklärt sich wissenschaftlich auch aus dem aktuellen Stand der Hirnforschung zu Lernen und Veränderung. Schematherapie kann als Erweiterung der kognitiven Verhaltenstherapie um Elemente z.B. der humanistischen Psychologie, der Transaktionsanalyse, der Hypnotherapie und psychodynamischer Konzepte verstanden werden.Text: Bernhard Heerdt

 

Letzte Änderung: 28. June 2015